Neue türkische Militäroffensive in Syrien!

Verfasst von: Martin Podlasly
IDEF '07 Savunma Fuarı'nda çekildi.Mercedes Benz S2000. 23 Mayıs 2007 (Bild: KIZILSUNGUR [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)])
Trotz anhaltender internationaler Warnungen, vor allem durch die USA, ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan entschlossen seine Interessen durchzusetzen und befiehlt Teilen seiner Streitkräfte eine neue Militäroffensive gegen kurdische Siedlungen in Syrien. Dieses aggressive Vorgehen widerspricht nicht nur den russisch-türkischen Vereinbarungen über eine zuvor beschlossene entmilitarisierte Demarkationszone, sondern fordert im Besonderen die Vereinigten Staaten, als Alliierter der kurdischen Milizen heraus.

Die Planungen des türkischen Präsidenten und dessen Armeeführung sehen massive militärische Operation im Norden Syriens vor. Hierzu gehören vor allem Schläge gegen die von den USA unterstützen kurdischen Einheiten der YPG (Volksverteidigungseinheiten der Kurden). Nach Ausführungen Erdogans am 12. Dezember sollen die türkischen Militärschläge östlich des Euphrats durchgeführt werden, um der permanenten Bedrohung durch die separatistischen, terroristischen, kurdischen Organisationen vorzubeugen. Der türkische Präsident betonte zwar, dass seine Militäreinheiten die von den USA eingerichteten Beobachtungsposten im syrisch-türkischen Grenzgebiet nicht angreifen werden, stellte aber fest, dass diese US-Beobachtungsposten nicht den Zweck hätten die Türkei vor den kurdischen Terroristen zu schützen, sondern die Terroristen vor der Türkei sichern sollen.

Totale Mobilisierung

Nach Angaben internationaler Medienvertreter und der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu verlegte die türkische Militärführung bereits in der Nacht des 13. Dezember starke Truppen- und Panzerverbände in die Grenzprovinz Kilis. Unterstützt werden könnten die türkischen Einheiten durch Kräfte der Freien Syrischen Armee (FSA), die rund 14.000 Soldaten in der Grenzregion zusammengezogen hat. Mutmaßliche Ziele der Militäroperationen sind die syrischen Orte Ain al-Arab (Kobani) und Tall Abyad. Aufgrund der unverhohlenen Ankündigung des türkischen Präsidenten hat die politische Führung der kurdischen Regionaladministration eine totale Mobilisierung der YPG-Kräfte im türkisch-syrischen Grenzgebiet angeordnet.

Ferner stellte die Kurdenvertretung klar, dass die Angriffsplanungen des türkischen Präsidenten sich gegen die Richtlinien der NATO und der internationalen Gemeinschaft stellen. Von der syrischen Regierung in Damaskus forderte der politische Arm der YPG eine deutliche Stellungnahme hinsichtlich des türkischen Militäraufmarsches. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Sean Robertson bezeichnete die Vorgehensweise des türkischen Präsidenten als beunruhigend und inakzeptabel. Ein gezielter Dialog aller Beteiligten sei nach Auffassung der USA, die einige Möglichkeit die instabile Lage im türkisch-syrischen Grenzgebiet nachhaltig zu sichern. Einseitige und unkoordinierte militärische Operationen würden ein gemeinsames internationales Interesse auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden untergraben.

Durch die aktuelle Entwicklung verschärft sich der Konflikt zwischen Washington und Ankara zunehmend. Nord- und Ostsyrien ist Teil des militärischen Einflussgebietes der USA und die Einheiten der kurdischen YPG enger Partner der US-Armee im Kampf gegen den Islamischen Staat. Derzeit befinden sich noch starke Truppenverbände der YPG in Ostsyrien. Die Stadt Hajin ist eine der letzten IS-Bastionen des Landes und liegt an der Grenze zum Irak. Den kurdischen Milizen gelang es zwar in Teile des Ortes vorzurücken, doch aufgrund der starken Gegenwehr des IS konnte eine vollständige Einnahme noch nicht erreicht werden.

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